Geliebte Feinde - Die Deutschen und die Franzosen
  • Sonntag 05:15 Uhr

Lange Zeit galten die Beziehungen zwischen Franzosen und

Lange Zeit galten die Beziehungen zwischen Franzosen und Deutschen als spannungsgeladen. Es hatte sich sogar der Begriff der Erbfeindschaft eingebürgert. Doch nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde auf beiden Seiten des Rheins nach Ausgleich und Verständigung gesucht. Heute wird von einer unverbrüchlichen deutsch-französischen Freundschaft gesprochen. Mit viel Humor und sehr unterhaltsam erzählt die zehnteilige Dokumentarfilmreihe, wo die Geschichte von Deutschen und Franzosen ihren Anfang nahm und wie sie sich im Laufe der Zeit gewandelt hat.

Staffel 1 / Folge 4
Sendedaten
Sonntag, 02. April,
05:15 bis 06:00
|Sonntag, 02. April,
03:10 bis 03:50

Alle schauen auf Frankreichs König Ludwig XIV. und sein Schloss Versailles. Unter dem selbst ernannten „Sonnenkönig“ wird das Land zum grossen Vorbild für die Herrscher in ganz Europa. Auch deutsche Fürsten, wie August der Starke in Sachsen, wollen ähnlich glänzen: Sie streben nach Königstiteln, bauen Schlösser und gründen ihrerseits Manufakturen, um effektiver zu produzieren. Knapp 200 Jahre später baut König Ludwig II von Bayern auf der Insel Herrenchiemsee eine Imitation Versailles’. Aber obwohl Frankreich „très à la mode“ ist, schauen sich die Franzosen auch manches bei ihren deutschen Nachbarn ab: zum Beispiel die Herstellung von Porzellan. In Versailles lebt auch die Tochter eines deutschen Adelsgeschlechts: Liselotte von der Pfalz. Sie tut sich schwer mit dem französischen Hofleben, pflegt aber eine freundschaftliche Beziehung zu ihrem Schwager Ludwig XIV. Als dieser im „Pfälzischen Erbfolgekrieg“ Liselottes Heimat verwüstet, belastet das nicht nur ihr persönliches Verhältnis, sondern auch die Beziehung von Deutschen und Franzosen überhaupt. Der Sonnenkönig – eben noch bewundert – wird zum Erzfeind erklärt. Auch auf deutscher Seite gibt es Kriegstreiber, die das Verhältnis beider Völker auf die Probe stellen: Obwohl der preussische König Friedrich II. – Friedrich der Grosse – von der französischen Lebensart begeistert ist und ein freundschaftliches Verhältnis zum französischen Philosophen Voltaire pflegt, führt er Krieg gegen Frankreich. Damit schweisst er das französische Herrscherhaus und die ehemals verfeindeten Habsburger zusammen. Ausgerechnet eine Mätresse des französischen Königs erweist sich als seine hartnäckigste Widersacherin: Madame de Pompadour.

Weitere Folgen

Staffel 1 / Folge 5
Sendedaten
Sonntag, 02. April,
03:50 bis 04:35

Der 14. Juli 1789 ist ein denkwürdiger Tag. Er markiert mit dem Sturm auf die Bastille den Beginn der „Grossen Französischen Revolution“. Ab sofort sind die Franzosen keine Untertanen mehr. Sie sind freie Bürger! Es ist der Tag, auf den sich Frankreich bis heute bezieht und auf den das Land seinen Nationalstolz gründet. Im Gegensatz dazu herrscht Stillstand auf dem Flickenteppich der deutschen Kleinstaaterei. Mit feuchten Augen blicken viele deutsche Intellektuelle nach Frankreich und träumen auch von einer Revolution. Doch die bleibt ein schwärmerischer Gedanke. Goethe, Schiller, Beethoven und viele andere sympathisieren mit den französischen Revolutionären. Die Ernüchterung setzt allerdings mit der Schreckensherrschaft der Guillotine ein. Die Deutschen wenden sich mit Grauen ab, und so wandelt sich Frankophilie in Frankophobie. Dann betritt Napoleon Bonaparte die Weltbühne. Er wird verehrt und gehasst. Mit seinem Machtanspruch und seinen unzähligen Kriegen katapultiert er die Deutschen in eine neue Zeit und wird gegen seinen Willen zum Geburtshelfer der deutschen Nation. Die Dokumentation zeigt, wie auf dem ehemaligen Schlachtfeld von Jena noch heute Menschen das Andenken an Napoleon auf ihre ganz eigene Art pflegen. Auch das jetzige Oberhaupt der Familie Bonaparte gibt einen ganz privaten Rückblick auf seinen Urgrossonkel Napoleon.

Staffel 1 / Folge 6
Sendedaten
Sonntag, 02. April,
04:35 bis 05:15

Napoleon ist besiegt, auf dem Wiener Kongress versuchen die Fürsten, die Zeit zurückzudrehen. Doch die Ideen von Freiheit und Demokratie lassen sich nicht dauerhaft unterdrücken. Während es sich die Mehrheit der Deutschen in ihren Biedermeierstuben gemütlich macht, gehen die Franzosen im Jahre 1830 wieder auf die Barrikaden. Aber auch in deutschen Landen rumort es: Seit den Befreiungskriegen streben immer mehr Menschen nach Einheit und Demokratie. Die deutsche Nationalbewegung ist vor allem eine Studentenbewegung. Einer der jungen Wilden ist Heinrich Heine, der – früher als andere – auch die Gefahren des aufkeimenden deutschen Nationalismus erkennt. In seiner Heimat sieht er für sich und seine kritische Haltung keinen Platz – dafür findet er in Paris ein neues Zuhause und seine grosse Liebe: eine französische Schuhverkäuferin namens Mathilde. Heine wird zum deutsch-französischen Grenzgänger und Chronisten. Er erlebt, wie die Welle der Revolution im Jahre 1848 erst Frankreich, dann auch Deutschland und ganz Europa erfasst – und wie die Revolutionen letztlich in beiden Ländern scheitern. Der gemeinsame Traum von Freiheit ist ausgeträumt – bald bestimmen neue Gegensätze das Verhältnis von Deutschen und Franzosen.

Staffel 1 / Folge 4
Sendedaten
Sonntag, 02. April,
05:15 bis 06:00
|Sonntag, 02. April,
03:10 bis 03:50

Alle schauen auf Frankreichs König Ludwig XIV. und sein Schloss Versailles. Unter dem selbst ernannten „Sonnenkönig“ wird das Land zum grossen Vorbild für die Herrscher in ganz Europa. Auch deutsche Fürsten, wie August der Starke in Sachsen, wollen ähnlich glänzen: Sie streben nach Königstiteln, bauen Schlösser und gründen ihrerseits Manufakturen, um effektiver zu produzieren. Knapp 200 Jahre später baut König Ludwig II von Bayern auf der Insel Herrenchiemsee eine Imitation Versailles’. Aber obwohl Frankreich „très à la mode“ ist, schauen sich die Franzosen auch manches bei ihren deutschen Nachbarn ab: zum Beispiel die Herstellung von Porzellan. In Versailles lebt auch die Tochter eines deutschen Adelsgeschlechts: Liselotte von der Pfalz. Sie tut sich schwer mit dem französischen Hofleben, pflegt aber eine freundschaftliche Beziehung zu ihrem Schwager Ludwig XIV. Als dieser im „Pfälzischen Erbfolgekrieg“ Liselottes Heimat verwüstet, belastet das nicht nur ihr persönliches Verhältnis, sondern auch die Beziehung von Deutschen und Franzosen überhaupt. Der Sonnenkönig – eben noch bewundert – wird zum Erzfeind erklärt. Auch auf deutscher Seite gibt es Kriegstreiber, die das Verhältnis beider Völker auf die Probe stellen: Obwohl der preussische König Friedrich II. – Friedrich der Grosse – von der französischen Lebensart begeistert ist und ein freundschaftliches Verhältnis zum französischen Philosophen Voltaire pflegt, führt er Krieg gegen Frankreich. Damit schweisst er das französische Herrscherhaus und die ehemals verfeindeten Habsburger zusammen. Ausgerechnet eine Mätresse des französischen Königs erweist sich als seine hartnäckigste Widersacherin: Madame de Pompadour.

Staffel 1 / Folge 7
Sendedaten
Dienstag, 04. April,
03:55 bis 04:35

Frankreich muss mit Sorge feststellen, dass aus dem ewig ungeeinte deutschen Flickenteppich unter preussischer Führung allmählich ein mächtiger Nachbar heranwächst. Der französische Kaiser Napoleon III. und der preussische Ministerpräsident Otto von Bismarck wetzen die Messer. Eine gewaltsame Auseinandersetzung scheint unvermeidlich. Nach etlichen Provokationen beider Seiten heisst es tatsächlich: „Krieg!“ Es ist das Jahr 1870. Die Franzosen gehen geschlagen vom Feld – das von Bismarck durch Blut und Eisen geeinte Deutschland triumphiert. Es brummt dem Verlierer gewaltige Entschädigungszahlungen auf. Damit wird in Berlin fleissig gebaut, der Reichstag, der Berliner Dom, das Bode-Museum und weitere Bauwerke entstehen mit Finanzmitteln aus Paris. Aber auch in der neuen Provinz Elsass entsteht Neues, zum Beispiel die gesamte sogenannte „Neustadt“ in Strassburg, mit Universität, Post und Kaiserpalast. De facto holt sich Paris das Geld für Berlin im Übrigen in Algerien, durch brutale Ausbeutung seiner jungen Kolonie. Aber das ist eine andere Geschichte. Um die Demütigung perfekt zu machen, lässt sich der preussische König Wilhelm I. im Spiegelsaal von Versailles zum Kaiser krönen. Das Deutsche Kaiserreich ist geboren, die sogenannte Erbfeindschaft zwischen Frankreich und Deutschland besiegelt. Doch das Volk von Paris will sich nicht geschlagen geben und baut Barrikaden und revoltiert. Es ist die berühmte Pariser Commune, ein Vorbild für kommende Revolutionen auf der ganzen Welt. Und siehe da, gegen das revoltierende Volk kämpfen Preussen und französische Regierungstruppen gemeinsam. Mehr als 25.000 Menschen verlieren ihr Leben. Auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise wird die Erinnerung bis heute wach gehalten. Das Elsass und die Mosel-Region Lothringens werden zum grossen Ärger Frankreichs deutsch. Diese „Germanisierung“ hat bis heute Spuren hinterlassen. Das zeigen einschlägige Karikaturen und der Blick in Gassen und Kochtöpfe.

Staffel 1 / Folge 8
Sendedaten
Dienstag, 04. April,
04:35 bis 05:20

Was für ein tolles Jahrhundert hätte es werden können, das 20te! Wissenschaft und Technik versprechen eine wunderbare Zukunft. Die Wirtschaft boomt, allerdings werden jetzt auch die modernsten Waffen gebaut – in Frankreich genauso wie in Deutschland. Der deutsche Kaiser Wilhelm II. strebt nach der Weltmacht, es riecht nach Krieg. Und so lässt trotz der Friedensbewegungen auf beiden Seiten der Krieg, der zum Ersten Weltkrieg wird, tatsächlich nicht lange auf sich warten. Über 10 Millionen Menschenleben kostet dieser Krieg. Gewinner sind allein die Waffenproduzenten. Frankreich wird zum Hauptkriegsschauplatz und ist anschliessend mit Ruinen übersät. Am Ende des Krieges soll der Vertrag von Versailles Frankreich vor dem Feind absichern, doch es geschieht das Gegenteil. Die Vertragsbedingungen schüren das Revanchedenken vieler Deutscher. Und als die Reparationszahlungen der Deutschen ausbleiben, marschieren die Franzosen ins Ruhrgebiet ein. Es beginnt der Aufstieg von Adolf Hitler. Ein grosser Teil des deutschen Volkes hilft ihm dabei. Trotzdem nährt ein deutsch-französisches Politikerpaar die Hoffnung auf Versöhnung: Gustav Stresemann und Aristide Briand. Für ihre Bemühungen erhalten sie den Friedensnobelpreis – doch sie scheitern, Deutschland ist zum Frieden mit Frankreich nicht bereit. Die Dokumentation verwebt historisches Archivmaterial mit kleinen Spielszenen. Die Stimmung in den Schützengräben von Verdun wird dadurch hautnah spürbar. Versöhnlich ist, dass deutsche und französische Politiker den Tag des Kriegsendes heute gemeinsam in Paris feiern. Erst in der jüngeren Geschichte wurde über den Gräbern des Ersten Weltkrieges die deutsch-französische Freundschaft gefestigt.

Staffel 1 / Folge 9
Sendedaten
Dienstag, 04. April,
05:20 bis 06:05

Als im Februar 1933 der Reichstag in Flammen steht, setzt die erste Fluchtwelle aus Deutschland ein. Viele zieht es in das Land der Menschenrechte – nach Frankreich. Dort fühlen sie sich sicher. Kommunisten, Juden, Künstler. Der kleine Ort Sanary-sur-Mer in Südfrankreich wird zum Fluchtziel deutscher Schriftsteller. Doch dann überfällt Nazideutschland Polen, und der Zweite Weltkrieg beginnt. Der ungezähmte Rassismus der Deutschen führt zu einem der schrecklichsten Verbrechen der Menschheit, der Shoah . In Les Milles, ganz in der Nähe von Aix-en-Provence, wird eine Ziegelei zum Internierungs- und Deportationslager umgerüstet. Die geflüchteten deutschen Intellektuellen werden dort interniert. Es herrschen Hunger, Kälte, Angst und Tod. Heute ist dieser Ort eine deutsch-französische Begegnungsstätte. Als Hitlerdeutschland Frankreich überfällt, bietet der ehemalige Held des Ersten Weltkrieges, Marschall Pétain, Hitler seine Zusammenarbeit an. Eine schwere Niederlage für Frankreich. Diese „Kollaboration“ ist bis heute ein Trauma der Franzosen. Die deutschen Soldaten und Offiziere lassen es sich richtig gutgehen in Paris, der „Stadt der Liebe“. Sie quartieren sich in den schönsten Luxushotels ein, unter anderem im „Ritz“ und im „Lutétia“. Sie bandeln mit den hübschen Französinnen an, so auch mit der legendären Coco Chanel. Die befreundeten Nazis helfen ihr, ihren Betrieb zu „arisieren“. In Marseille dagegen versuchen viele Flüchtlinge, noch eine der begehrten Schiffspassagen nach Amerika zu ergattern. Nur schnell raus aus diesem Europa! So wird der Hafen von Marseille, heute ein Weltkulturerbe, zur allerletzten Überlebenschance. Und dank des Einsatzes der Alliierten und des Generals Charles de Gaulle sowie der tapferen Widerstandskämpfer der Résistance wird Paris im August 1944 befreit.