Wüstenträume
  • Mittwoch 18:15 Uhr
Keine Region, ist so reich an Geschichte, kulturellen Schätzen und landschaftlicher Schönheit wie der nahe Osten.

Unruhe und Bürgerkrieg, Terrorbanden und Dschihad – die arabische Welt scheint aus den Fugen geraten. Nur wenige Oasen der Stabilität und des Wohlstandes gibt es noch in dieser einst blühenden Region, die so reich ist an Geschichte, an kulturellen Schätzen und landschaftlicher Schönheit.

Staffel 1 / Folge 2
Sendedaten
Mittwoch, 09. August,
19:10 bis 20:05
|Dienstag, 22. August,
01:35 bis 02:15
|Dienstag, 22. August,
04:30 bis 05:10

Unruhe und Bürgerkrieg, Terrorbanden und Dschihad – die arabische Welt scheint aus den Fugen geraten. Nur wenige Oasen der Stabilität und des Wohlstandes gibt es noch in dieser einst blühenden Region, die so reich ist an Geschichte, an kulturellen Schätzen und landschaftlicher Schönheit. Der diesjährige Winterschwerpunkt „Wüstenträume“ porträtiert zwei dieser Orte. Dubai, die Glitzermetropole der Vereinigten Arabischen Emirate und das Sultanat Oman, ein Land wie aus dem arabischen Märchenbuch – jedoch fest verankert im Hier und Jetzt. Der Titel „Wüstenträume“ deutet es schon an – es sind vor allem Träume und kühne Visionen, aus denen diese dynamischen und friedlichen Länder ihre Kraft und ihren Optimismus schöpfen. Oman – Im Reich des Sultans Er ist allgegenwärtig. In jeder Hotellobby hängt ein Bild von ihm. Auch in jedem Restaurant. Übergross am Eingang des Einkaufszentrums und natürlich in jeder Amtsstube. Mal gütig lächelnd, mal ernst und weise: Sultan Qabuus. Einen solchen Personenkult kennt die Welt sonst nur noch aus Nordkorea. Jedoch ist der Vergleich abwegig: Dieser Alleinherrscher ist kein übler Despot. Er wird tatsächlich von seinem Volk zutiefst verehrt. Denn vieles, was Oman heute ist und hat, verdankt es Qabuus Ibn Said, dem sanften Mittsiebziger mit dem perfekt getrimmten Bart. „Sultan Qabuus hat uns ermöglicht, unsere Träume zu verwirklichen“, schwärmt Salma Al Hajri. Die 42-Jährige hat zusammen mit ihrer Schwester eine kleine aber feine Schokoladenmanufaktur in der Hauptstadt Muscat aufgezogen. Die Geschäftsidee: Ihre Pralinen sind verfeinert und abgeschmeckt mit omanischen Zutaten – mit Halwa, Rosenwasser oder auch mit Weihrauch. Im Nachbarland Saudi-Arabien dürfen Frauen nicht einmal Auto fahren. Im Oman wird nicht nur toleriert sondern ermutigt, wenn Frauen sich als selbstständige Unternehmerinnen tätig werden. Oder sich als Athletinnen beweisen – im ehrgeizigen, ebenfalls vom Sultan ins Leben gerufenen, Segelprojekt. Bis zur den Olympischen Spielen 2020 soll das Land, dessen Handelsflotte vor Jahrhunderten Indien, China und Afrika ansteuerte, ein konkurrenzfähiges Segelteam aufweisen können. Und ausdrücklich sind die Mädchen aufgerufen, sich daran zu beteiligen. „Frauen stehen Männern um nichts nach. Und in diesem Land können sie das auch beweisen“, sagt die junge Starseglerin Raaya Al Habsi. Dass sie und ihre Teamgefährtinnen verschleiert aufs Wasser gehen, findet sie ganz normal: „Mit hijab ist das sogar angenehmer“, verteidigt sie ihre Kleiderwahl, „wenn der Wind kalt ist, bekommt man keine Ohrenschmerzen.“ Seinen Wohlstand, mit dem unter anderem das kostenlose Gesundheitssystem, das vorbildliche Strassennetz und das Schulsystem finanziert werden, verdankt Oman den Öl- und Gasvorkommen. Allerdings ist abzusehen, dass die Vorräte nicht ewig reichen. Obwohl die Geologen in den ausgedehnten Sand- und Geröllwüsten nach verborgenen Lagerstätten suchen, muss sich das Land unabhängig machen von seinen Rohstoffen. Auch dies eine Ansage, die direkt aus dem Sultanspalast kam. Vor allem der Tourismus ist eine vielversprechende Einnahmequelle. In einer Zeit, in der die Urlauber weite Teile der arabischen Welt nicht mehr leichten Herzens ansteuern können, gewinnt der Oman – stabil, friedlich und frei von religiösem Fanatismus – immer mehr an Anziehungskraft. Ob an den Traumstränden des arabischen Meeres oder in den spektakulären Schluchten des Hadschar-Gebirges – überall entstehen neue, luxuriöse Hotels. Besonders beliebt sind jedoch die Wüstencamps, wo die Besucher einen Hauch von Nomadenleben schnuppern können. Kamelreiten, Dünensafari im Jeep, Nächte ohne Strom und Handy – Himmelszelt statt Himmelbett. „80 Prozent meine
r Gäste kommen aus Deutschland“, sagt Rashid Al Mughairy, dessen Beduinenlager aus Palmlaubhütten in der Wahiba-Wüste für diese Saison schon ausgebucht ist. Die ZDF-Dokumentation „Im Reich des Sultans“ zeigt das kurzweilige und bunte Panorama eines jungen, ehrgeizigen Landes an der Schwelle zu einer neuen Zeit. Von den dramatischen Schluchten der Exklave Musandam bis ins subtropische Salalah begegnet das ZDF-Team jungen, selbstbewussten Omanern, die mit Fantasie und Engagement in die Zukunft blicken. Es trifft Schmuggler und Weihrauchhändler, Kamelmelker, Harley-Fahrer und Sardinenfischer, Menschen, die in einem absolutistisch regierten Staat ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen und ihr Glück suchen.

Staffel 1 / Folge 1
Sendedaten
Mittwoch, 09. August,
18:15 bis 19:10
|Dienstag, 22. August,
00:45 bis 01:35
|Dienstag, 22. August,
03:45 bis 04:30

Unruhe und Bürgerkrieg, Terrorbanden und Dschihad - die arabische Welt scheint aus den Fugen geraten. Nur wenige Oasen der Stabilität und des Wohlstandes gibt es noch in dieser einst blühenden Region, die so reich ist an Geschichte, an kulturellen Schätzen und landschaftlicher Schönheit. Dubai, die Glitzermetropole der Vereinigten Arabischen Emirate und das Sultanat Oman, ein Land wie aus dem arabischen Märchenbuch - jedoch fest verankert im Hier und Jetzt. Der Titel „Wüstenträume“ deutet es schon an - es sind vor allem Träume und kühne Visionen, aus denen diese dynamischen und friedlichen Länder ihre Kraft und ihren Optimismus schöpfen. Dubai - Das Übermorgenland. Die Polizei von Dubai hat ihren Fuhrpark erst kürzlich mit zwei Ferraris, einem Bentley sowie mit hochgetunten Sportwagen von Audi und Mercedes der Luxusklasse aufgerüstet. Antwort auf die Frage nach dem Warum: „Warum denn nicht?!“ Geld spielt offensichtlich keine Rolle. Nichts scheint unmöglich im Scheichtum am Persischen Golf. Das höchste Gebäude der Welt: der Burj al Khalifa. Das luxuriöseste Hotel der Welt mit sieben Sternen und natürlich die grösste Einkaufsmall der Welt. Dubai, das Urlaubs- und Einkaufsparadies hat im vergangenen Jahr fast zehn Millionen Touristen aus aller Herren Länder angelockt. 15 Millionen sollen es in fünf Jahren sein. Dafür wird gebaut, rund um die Uhr. Dubai ist immer noch die grösste Baustelle der Welt. Aber ist dieser Luxus, viele Kritiker sprechen von Grössenwahn, nicht letztendlich auf Sand gebaut? Der Börsen-Crash von 2003 schien das zu bestätigen, der völlig überhitzte Immobilienmarkt war zusammengebrochen. Nur eine Milliardenspritze des reichen Nachbaremirates Abu Dhabi bewahrte Dubai vor dem Bankrott. Und heute? Niemand redet in Dubai mehr von Krise. Der Optimismus ist ungebrochen. Noch nie ist so viel Geld nach Dubai geströmt wie in den vergangenen zwei Jahren. Die Krisen und Kriege in der arabischen Welt haben Dubai zum Gewinner gemacht. Reiche Geschäftsleute aus dem Irak, aus Syrien, aus Libyen bringen ihr Geld gleich kofferweise nach Dubai um zu investieren. Ölmillionäre aus Libyen aber auch aus Nigeria kaufen Immobilien in Dubai wie von der Stange, denn Dubai gilt als sicherer Hafen in der von Krisen geschüttelten Region. ZDF-Korrespondent Dietmar Ossenberg, der seit 1994 immer wieder aus Dubai berichtete, gehörte über viele Jahre zu den Skeptikern der Entwicklung. Nach seinem letzten Aufenthalt und den Dreharbeiten im Oktober 2014 hat Ossenberg seine Einschätzung in vielen Punkten revidiert: „Dubai steht heute auf viel breiteren Beinen und soliderem Grund als noch vor zehn Jahren“, so Ossenberg. Dubai investiert enorm viel Geld in die Bildung und Ausbildung seiner Jugend. An den über 20 Universitäten in Dubai und Abu Dhabi studieren immer mehr junge Leute aus den Emiraten, die Führungspositionen in Wirtschaft, Forschung und Technik übernehmen sollen. Positionen, die bisher fast ausschliesslich mit westlichen Ausländern besetzt waren. Dubai wird für Forscher und Wissenschaftler aus aller Welt, darunter auch viele Deutsche, immer attraktiver. Auch deutsche Unternehmen in Dubai sehen in dem Land enorme Entwicklungsmöglichkeiten. Bis 2030 will Dubai den grössten Teil seiner Lebensmittel selbst produzieren. In den Wüsten zwischen Dubai und Abu Dhabi entstehen riesige Plantagen und Grünflächen, künstlich bewässert. Das Wunder der grünen Wüste war für Dietmar Ossenberg noch beeindruckender als der rasante Aufbau Dubais in den vergangenen 20 Jahren.